Beat of the Week: Carrotmob statt Boykott – alle Macht den Konsumenten!
Umweltschützern, Klimaschützern oder Tierschützern bietet das Social Web eine Reihe von neuen Möglichkeiten, sich zu organisieren, ihre Aktionen bekannt zu machen und zu verbreiten. Eine der neuesten Formen von Grassroot-Aktivismus im Social Web sind Carrotmobs.
Flashmobs, die Gutes tun – so lassen sich Carrotmobs am einfachsten erklären. Ökologisch bewusste Konsumenten organisieren sich – ähnlich dem Flashmob – über Twitter, Blogs und Online Communities, um durch strategischen Konsum die Welt positiv zu verändern.
Dafür drehen sie das Prinzip des Boykotts kurzerhand um und nennen ihre Aktionen „Buycotts“. Die Bösen werden nicht boykottiert, die Guten werden unterstützt. Es geht darum, Unternehmen Anreize zu bieten, umwelt- und sozialverträglich zu wirtschaften. Dabei ist der Name Carrotmob Programm: Die Bezeichnung kommt aus dem Englischen und steht bildlich für einen Esel, der mit der Karotte gelockt wird. Nach diesem Prinzip werden Unternehmen animiert, klimafreundliche Maßnahmen umzusetzen.
Während Carrotmobs in den USA bereits seit Längerem bekannt sind, steckt die neue Form von Social Media Aktivismus in Deutschland in den Kinderschuhen. Einer der ersten Carrotmobs fand im Späteinkauf „Multikulti“ in Berlin Kreuzberg statt. Die Aktivisten verabredeten sich im Web, um gemeinsam an einem bestimmten Tag in diesem Laden einzukaufen. Die einzige Bedingung: den erwirtschafteten Umsatz für Klimaschutz- und Energie-Effizienz-Maßnahmen im eigenen Laden einzusetzen. Und dazu verpflichtete sich der Besitzer vor laufender Kamera. Der Youtube-Clip des Carrotmobs in München im Oktober 2009 schaffte es sogar in die Medien. Hier rief die Umweltorganisation Green City auf, den kleinen Laden „Löwenzahn“ zu unterstützen.
Dass dieser positive und aktive Ansatz viel erreichen kann, beweisen eine Reihe erfolgreicher Carrotmobs in den USA. Denn anstatt den moralischen Zeigefinder zu heben, schafft diese Grassroot-Aktion aus dem Social Web eine Win-Win-Situation für Unternehmen, Konsumenten und nicht zuletzt für die Umwelt. Mehr Infos: http://carrotmob.org/