Beat of the Week: ChatRoulette – der Blick in fremde Zimmer
Zugegeben: Die Story ging schon durch zahlreiche Medien, doch trotzdem widmen wir ihr unseren „Beat of the Week“. Der Grund: Es ist eine Geschichte, wie sie das Internet schreibt. Ein 17-jähriger tüftelt an einem Code, um für seine Freunde und andere Menschen im Netz eine lustige neue Art der Kommunikation zu entwickeln. Heraus kommt ChatRoulette – und plötzlich tummeln sich Millionen Menschen auf der Website, um nach dem Zufallsprinzip mit anderen Usern per Webcam und Mikrofon verbunden zu werden.
Ihm war Skype zu langweilig! In einem Interview mit Spiegel Online erklärte der 17-jährige Russe Andrej Ternowskij, dass so die Idee der rasant wachsenden Video-Chatplattform ChatRoulette geboren wurde. One in a million: Was unzählige Web-Entwickler krampfhaft versuchen, gelingt dem Jugendlichen zufällig. Er schafft ein neues Internetangebot, das ein Multi-Millionen-Dollarpotenzial besitzt. Es soll Schätzungen geben, nach denen ChatRoulette einen zweistelligen Millionenbetrag wert ist. Beachtlich! Bedenkt man, dass die Domain chatroulette.com erst seit November 2009 registriert ist.
Bei ChatRoulette benötigt man keinen Account. Man klickt auf Play und das muntere Spiel beginnt. Der Nutzer wird mit einem zufällig ausgewählten Chatpartner aus dem Pool der online Anwesenden verbunden. Gefällt einem sein Gegenüber nicht, sorgt ein Klick auf „Next“ für den Neustart des Zufallsgenerators. Einzige Voraussetzung – oder eher Bitte des Betreibers – für ChatRoullette ist, dass User mindestens 16 Jahre alt sein sollten / müssen. Hier zeigen sich auch die Gefahren: Überprüft wird dieses „Mindestalter“ nicht. So besteht die Gefahr, dass sehr junge Internetnutzer auf Menschen treffen, die mehr als nur einen unverbindlichen Austausch von Small-Talk im Sinn haben. Um diesen Umstand und andere Schwachstellen auszubessern, wird sich der Erfinder noch etwas Zeit nehmen müssen.
Foto: Flickr.com / alonuziel
