Beat of the Week: Genial oder geschmacklos?

Seit einigen Tagen kursiert ein mysteriöses Video im Netz. Es handelt sich auf den ersten Blick um einen Spot des Automobilherstellers Audi. Doch nach rund einer Minute zweifelt der Betrachter: Handelt es sich um offizielles Material des Autobauers oder ist das Ganze ein Fake?
In dem rund einminütigen Film fährt ein Mann mit seinem Audi A5 in ein Parkhaus. Dort bereitet er seelenruhig seinen Selbstmord vor. Er leitet die Abgase des Auspuffs mit einem Gartenschlauch in den Innenraum seines Fahrzeugs, blickt auf die Tankanzeige, die „voll“ meldet und schläft ein. Im nächsten Moment sieht man die Anzeige, die nun auf „leer“ steht. Der Mann sitzt regungslos auf dem Fahrersitz. Plötzlich wacht er auf und hämmert vor Wut auf das Lenkrad. Sein Problem: Angeblich sind die Abgase des Ingolstädter Vorzeigeautos mit Clean Diesel Technologie zu sauber, um sich damit ins Jenseits zu befördern.
Audi bestreitet, für den Clip verantwortlich zu sein. Die hohe Qualität des Films lässt die Betrachter zumindest stutzig werden. Stecken hinter dem provokanten Werbespot, der Selbstmord thematisiert und parodiert, kreative Filmemacher – vielleicht sogar Studenten, die ein Faible für Autos aus Ingolstadt haben? Oder waren es Audi-Werber, die es geschafft haben, die Botschaft des sauberen Diesels zu verbreiten, indem sie ein schmutziges Tabuthema einsetzten?
Der Audi-Clip erinnert an den legendären VW Polo-Spot “Small but tough”. Der Film, der vor rund fünf Jahren auftauchte, zeigte einen Selbstmord-Attentäter, der mit seinem Polo vor einem belebten Straßencafé parkte, um sich zu sprengen. Die Bombe explodierte, doch dank der besonders robusten Karosserie drang nichts nach außen. Damals dementierte Volkswagen umgehend die Urheberschaft. Später stellte sich heraus, dass der Spot tatsächlich gefälscht wurde. Bleibt abzuwarten, wer sich zu dem aktuellen Werk bekennt.
Auf YouTube ist der aktuelle Skandal-Spot mittlerweile nicht mehr zu finden.