Beat of the Week: Liaison der Profildaten
Die einen sprechen von der Seuche Facebook, die alles wie eine riesige Krake unter ihren Beinen verscharrt und die anderen sehen hier die perfekte Methode, nie mehr in die Bredouille eines vergessenen Geburtstagsgeschenks zu kommen. Wie so oft findet sich auch beim Zusammenschluss von Facebook und Amazon die Wahrheit in der Mitte der beiden Aussagen wieder. Natürlich hat sich Facebook in den vergangenen Monaten mit dem „unbedachten“ Umgang von Kundendaten keine Freunde gemacht und völlig zu Recht die gesammelte Breitseite der Datenschützer bzw. der gesammelten Gesellschaft zu spüren bekommen. Die aktuelle Kooperation mit Amazon ist hier nur weiteres Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Aber was ändert sich denn eigentlich durch den Zusammenschluss des größten Versandhändlers der Welt und des Social Networking-Tools?
Durch die Verknüpfung mit Facebook macht Amazon einen großen Schritt Richtung Social Commerce. Während Hinweise via Kundenrezession oder à la “Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“ schon seit längerem die Kaufentscheidungen beeinflussen, beschreitet man mit dem neugewonnenen Social Media Element nun einen neuen Weg. Hatte man zuvor lediglich Produkte angeboten bekommen, die dem Kauf-Profil entsprachen, wertet der Online-Buchladen nun das Netzwerk-Profil des Kunden und der Freunde aus und erstellt daraus eine Angebotsliste aus möglichen Produkten. Auf diese Art verhindert man nicht nur das peinlich Vergessen von Geburtstagen, sondern bekommt auch noch die Geschenkvorschläge „frei Haus“ geliefert.
Was wie die perfekte Lösung für alle Kaufmuffel aussieht, behält jedoch einen faden Beigeschmack: Amazon verspricht zwar ausführlich, dass man keine Informationen von Facebook weitergebe, hat auf der anderen Seite jedoch ungeschützten Zugang auf die Profilinformationen der Kunden inklusive der Freundeslisten und deren Interessen – man darf also gespannt sein!