2015 13.04
09:09

Das Internet der Dinge mal ganz anders erklärt

„Was ist das eigentlich ganz genau?“ Diese Frage in Bezug auf das Internet der Dinge ist mir in letzter Zeit häufiger begegnet - sei es in Gesprächen oder Kommentaren zur Hannover Messe oder CeBIT. Sucht man nach einer Erklärung, findet man etwas wie „Der Begriff Internet der Dinge (englisch Internet of Things, Kurzform: IoT) beschreibt, dass der (Personal) Computer zunehmend als Gerät verschwindet und durch „intelligente Gegenstände“ ersetzt wird“ [Wikipedia]. 

Mir geht das nicht weit genug, denn für mich ist IoT weitaus mehr: Eine echte, revolutionäre Innovation. 

 

 

Was wir bisher noch gewohnt sind, sind zwei Dinge: 

  1. Der Mensch ist aktiv Dreh- und Angelpunkt von Entscheidungen. Diese wird (meist) getroffen, in dem Informationen in einem nützlichen Kontext gestellt und interpretiert werden. 
  2. Der Mensch ist Oberbefehlshaber von technischen Dingen: Er schaltet sie ein- oder aus oder verbindet sie.

Beispiel So sieht meine Welt also bis dato noch aus: 

Es ist 7:00 Uhr morgens. Mein Funkwecker klingelt fast synchron mit meinem Smartphone-Alarm. Beide in unterschiedlichen Ecken des Raumes, was mich zwingt aufzustehen. Den Rollladen ziehe ich hoch drehe die Heizung an, weil es doch erstaunlich kalt ist. Ich drücke den Lichtschalter – nichts passiert. Ungläubig betätige ich ihn noch ein paar Mal. Nichts. Ich hatte die 60 Watt Birne erst vorgestern ausgetauscht. Ich trotte also im halbdunkeln zur vollautomatisierten Kaffeemaschine. Ein Klick auf den Knopf bringt sie zum Summen. Also muss die Glühbirne im Zimmer kaputt sein – Strom habe ich ja noch. Den Strom nutzt die Kaffeemaschine auch um mich mit einer roten LED zu strafen. Unter der LED ist ein Symbol was darauf hindeutet,  dass sie mal wieder entkalkt werden sollte. Ja, mache ich sicher bald. Der Blick in den Kühlschrank bringt endgültige Ernüchterung: keine Milch mehr. Ich schalte die Kaffeemaschine wieder aus, ohne Milch will ich das Koffeingetränk nicht.  

  • Was mir im Kopf vorgeht: Ich bin müde und will schlafen, davor Wecker stellen und Smartphone irgendwo verstecken, dass ich aus dem Bett aufstehen muss; Ich bin müde, hasse den Wecker und mir ist kalt (downgrade Laune), ich will nicht aufstehen; warum ist die Lampe kaputt, hatte gestern extra noch eine bei DM gekauft (downgrade Laune); das Entkalkungsprogramm dauert so lange (downgrade Laune); warum machen die Läden in Bayern immer schon um 20h zu und warum habe ich die Milch vergessen; Hat DM überhaupt Milch?

Was sich ändern wird: 

  1. Der Mensch ist passiv Dreh- und Angelpunkt von Entscheidungen. Diese werden von Geräten getroffen, die den Menschen beobachten und Informationen in einen ihm nützlichen Kontext stellen und interpretieren. 

Beispiel So sieht meine Welt morgen aus: 

Es ist 06:48 Uhr morgens. Aus meinen Boxen, die mit meinem Receiver verbunden sind (WLAN)  erklingt Musik, das Licht erhellt sich, der Rollladen zieht sich nach oben, die Kaffeemaschine summt und erhitzt sich. Weil ich nicht aufstehe, schwindet die wohltuende Musik und es ertönt ein etwas nervendes Alarm-Signal. Ich stehe auf, der Alarm stoppt. Ich trotte zum Kühlschrank. Milch? Ach ja, hatte mir REWE ja gestern Abend geliefert. 

  • Was in den Schaltzellen der Dinge in meinem Zimmer vor sich geht: Leuchtmittel defekt Typ E27 max. 40 Watt, warten Autorisierung Online-Bestellvorgang; Start Entkalkung Kaffeemaschine wenn User F länger als 40 min außer Haus ist;  Wöchentlicher Bestellvorgang: Milch Typ Bio 1,5%: Check Kalender User F: Lieferung 20:30h; Weckprogramm 1 wen User F nicht in Tiefschlafphase, spätestens 7:00h: Hochfahren Rollladen, Soundanlage an, Licht an, Kaffeemaschine an, Analyse User F. bewegt sich nicht, Weckprogramm 2, User F. steht auf, Weckprogramm ende. 

Und darin verbirgt sich eine Revolution: Dinge werden nicht nur über eine Schnittstelle befähigt das Internet zu nutzen. Sie tauschen sich aus und sind im Stande Informationen von anderen Dingen zu analysieren und sie in einen Kontext zu stellen. Sie interpretieren damit Informationen – und das war bis dahin lediglich dem Menschen vorbehalten.

 

Fabian Schütze

  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Mein Kommentar

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.

Zurück

© 2017 Digital BeatImpressum / Datenschutz