Folge den Spuren im Netz: Wandel der PR-Branche
Xing, Twitter, Facebook, Wordpress, YouTube, Flickr, Mister Wong, Bloglines, Technorati und Google Wave… Die Liste der Social Media-Angebote scheint kein Ende zu nehmen, und täglich grüßt ein neues Murmeltier mit einem noch neueren Trend. Aber was bringt das alles überhaupt? Und hilft der Web 2.0-Einsatz bei der täglichen Unternehmens- und Agenturarbeit weiter? Was ist der Nutzen für die Stakeholder? Hierzu ein paar kurze und praxisbezogene Beispiele, die diese Fragen beantworten.
Der Weg geht weg von der klassischen Pressearbeit hin zur crossmedialen Kommunikation. Dabei muss jedoch klar sein, dass keines dieser Werkzeuge alleine stehen kann. Denn: Online-PR ist ein weiteres Tool in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und keine losgelöste Disziplin. Man spricht beim Web 2.0 oft auch vom Mitsprache- und Mitmach-Internet, was seine Möglichkeiten, aber auch die entsprechenden Herausforderungen veranschaulicht.
Aber wie kann man erfolgreiche PR im Netz betreiben? Hier eine Auswahl wichtiger Punkte:
Glaubwürdigkeit und Authentizität
Die wichtigsten Paradigmen für eine effektive Online-Kommunikation stellen die Bereiche Glaubwürdigkeit und Authentizität dar. Sobald sich ein Unternehmen entscheidet, mit seinen Usern in Kontakt zu treten, ist offene Kommunikation auf Augenhöhe Pflicht. Hier sollte in Form einer „persönlichen“, interaktiven Kommunikation auf die Anregungen, Fragen oder auch Kritiken der Stakeholder eingegangen werden. Dazu bietet sich zum Beispiel die Kommunikation via eines Microblogging-Tools oder Weblogs an, mit deren Hilfe eine persönliche Kommunikation zwischen Rezipienten und Adressaten in Echtzeit betrieben werden kann.
Transparenz
Das Internet bietet für Unternehmen, Agenturen und auch Einzelpersonen die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit sowohl greifbar als auch transparent darzustellen. So können zum Beispiel mit Hilfe von Feedback-Funktionen Wünsche, Kritikpunkte und Anregungen der Kunden oder anderer Stakeholder aufgegriffen und via Crowdsourcing erarbeitet werden. Durch ausgeweitete Arbeitsvolumen können so nicht nur bessere Endresultate erzielt, sondern auch engere, unbezahlbare Bindungen zum Kunden geknüpft werden. Ein Beispiel ist hier die offene Diskussion über das Eis „Nogger“ auf StudiVZ, wo die Mitglieder einer Gruppe die Neuauflage der Eissorte forderten und Langnese es daraufhin nochmals für ein Jahr auf den Markt brachte.
Echtzeitkommunikation
Echtzeit ist im Web der bestimmende Begriff. Tools wie Twitter, Wikis oder Google Wave ermöglichen Unterhaltung in realer Zeit. Ohne Zeitverlust kann auf wichtige Themen, Anfragen und Wünsche der Kunden eingegangen oder auf Krisen reagiert werden. Als positives Beispiel dient hier die Reaktion von Dominos Pizza auf die Ekelaffäre, welche Herr Füllhaas in seinem Blogbeitrag vom 16. April 2009 aufgreift.
Zielgruppenansprache
Wichtig ist auch die Möglichkeit der Kanalisierung durch Direktkommunikation, die den Weg von der Push-Kommunikation hin zur Pull-Kommunikation ebnete. Der Journalist kann sich so die für ihn interessanten Themen herauspicken und via RSS-Feed, YouTube-Channel oder Flickr abonnieren. So wird der Interessierte nicht mehr mit unnötigen Informationen überhäuft, sondern kann sich ganz nach seinem Empfinden die verschiedenen Quellen selbst zu einem nützlichen Informationsstrauß binden. Ein gutes Beispiel ist die BMW X1-Kampagne auf YouTube, Facebook etc. oder der Einsatz eines Social Media Newsrooms.
Dem Kind ein Gesicht geben
Denkt man an Lebensmittelprodukte oder Reise-Unternehmen, erscheinen Verpackungen, Flugzeuge und Logos vor dem geistigen Auge. Nur wenige Menschen bringen damit eine Person oder ein Gesicht in Verbindung. Genau hier setzt das Web 2.0 an. Geschäftsführer, die für ihr Unternehmen twittern, Agentur-Teams, welche Produkte auf YouTube präsentieren oder Entwickler, die über neuste technische Errungenschaften bloggen, haben hier die Chance, ihrem Produkt oder Unternehmen neues Leben einzuhauchen. Denn echte Persönlichkeiten sind die besten Kommunikatoren für ein Unternehmen oder eine Marke. So kann besser auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingegangen und diese spezifischer betreut werden. Dies erfordert zwar einen größeren kommunikativen Aufwand (zeitlich), gewährleistet aber durch die direkte Ansprache auch einen größeren Benefit für das Unternehmen.
Das Social Web bietet mit seinen weitreichenden Möglichkeiten Chancen, die man in einer modernen PR-Welt beachten und bedienen sollte. Denn nur durch eine gesunde Verbindung aus klassischer und Online-PR können gute Resultate über die verschiedensten Kommunikationskanäle erzielt werden.
Volle zustimmung. sehr guter und fundierter artikel, danke dafür.
was ich suchte, danke