Jetzt wird gezwitschert!
Twitter als Kommunikationskanal
„Wir müssen twittern!“ So oder so ähnlich klingt es in unzähligen Meetings von Kommunikationsverantwortlichen – nicht nur in Deutschland. Der Micro-Blogging-Dienst Twitter, der sich für uns Deutsche wie aus dem Nichts zu einem der begehrtesten Kommunikationskanäle entwickelt hat, zieht nicht nur den “normalen” Surfer in seinen Bann. Auch Kommunikationsprofis können sich dem Reiz der 140 Zeichen langen Nachrichten nicht entziehen. Stellt sich die Frage: Worüber will man zwitschern?
What are you doing? Mit diesem einfachen Slogan ging der Webdienst twitter.com schon 2006 ins Rennen. Kurze Informationen über das aktuelle Geschehen in der Länge einer SMS sind der Kern des Dienstes. Statusmeldungen wie: “Habe gerade das beste Eis meines Lebens gegessen” bestimmen seit Twitter das so genannte Social Web. Was funktioniert also, wenn man Unternehmenskommunikation per Twitter betreiben möchte? Und was funktioniert nicht?
Gerade die, die es gewohnt sind, Botschaften unter definierten Zielgruppen zu streuen, treffen bei Twitter auf ungeahnte Hürden. Denn Twitter ist kein TV-Kanal, keine Zeitschrift und kein Event, bei dem man mit großer Wahrscheinlichkeit Gehör findet. Twitter ist auch kein Medium, in dem man „Geschichten“ erzählen kann. Twitter eignet sich daher nicht als alleiniger Kommunikations-kanal. Dafür ist der Spielraum mit 140 Zeichen zu begrenzt. Dagegen ist Twitter ideal als Bindeglied zwischen unterschiedlichen Plattformen – online und offline. Ob ein neuer Blog-Post, ein Event oder ein Gewinnspiel auf der eigenen Website bekannt gegeben werden soll: Mit Twitter kann die „Meldung“ schnell abgesetzt werden.
Über Re-Tweets (RT@), also Wiederholungen des Gesagten, oder Antworten (@) können sich „News“ dann virusartig über das Netz verbreiten. Dabei steigt die Anzahl der Zuhörer explosions-artig. Vorausgesetzt, man wird gehört. Doch wie verschafft man sich Gehör? Indem man Kontakte knüpft und sich für potenzielle „Follower“ interessant macht. Es ist beispielsweise völlig legitim, Nutzer direkt anzusprechen und auf die eigene Seite einzuladen. Sinnvoll ist das etwa bei der Ansprache von Redaktionen und Bloggern, die zunehmend bei Twitter vertreten sind.
Effektiver ist jedoch, interessant zu sein und Spannendes zu berichten. Noch besser ist, die Nutzer einzubinden und am Geschehen im Unternehmen teilhaben zu lassen. Dabei darf es gerne auch „menscheln“. „Befinden uns in der Entwicklungsphase eines Handys“ ist eine Information, die den Nutzer nicht fesselt. Besser wäre: „Bitte um #Vorschläge für den Produktnamen für unser neues #Handy!“ oder „Welche #Features sollte ein neues #Handy haben?“ Mit solchen Tweets (Hashtag # nicht vergessen, um gefunden zu werden!) verschafft man sich Gehör, gewinnt Follower und verbessert seine Reputation im Netz.
Man erhält ein Gesicht, das Profil hat und Sympathie ausstrahlt. Außerdem hat man die Chance, unmittelbar Feedback von seiner Zielgruppe zu erhalten. Im besten Fall können Ideen und Vorschläge direkt in der Entwicklung berücksichtigt werden. So hat man dann auch wieder Stoff für den nächsten Tweet: „#Danke an alle: Neues #Handy heißt …“
Übrigens: Twitter ist mittlerweile so beliebt, dass sogar eigens komponierte Songs im Netz kursieren. Oben finden Sie einen kleinen akustischen Twitter-Ausflug.