Social Media im Unternehmen – Teil 2: Micro-Blogging
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Mit Kurzbotschaften von Kollegen zu Kollegen setzen wir in dieser Woche unsere Reihe „Social Media im Unternehmen“ fort. Der Reiz der schnellen Meldungen und Fragen, wie man sie heute vor allem durch Twitter kennt, greift auch in der internen Kommunikation um sich. Doch warum sollte man etwas, was leicht als Zeitverschwendung abgetan werden könnte, als handfestes Tool für die Kommunikation im Unternehmen einsetzen?
Micro-Blogging hat im privaten Bereich Millionen Menschen erreicht, die teilweise im Stundentakt aller Welt verkünden, wo sie gerade was, wie und warum tun. Auch Unternehmen witterten früh die Chance, diesen Kanal für ihre Zielgruppenansprache zu nutzen. Doch gerade im beruflichen Leben bieten Dienste, die nach demselben Prinzip wie der Branchen-Primus Twitter funktionieren, ungeahnte weitere Möglichkeiten bei der Kommunikation mit und unter Mitarbeitern.
Angelehnt an den Twitter-Slogan “What are you doing” tritt beispielsweise Yammer mit “What are you working on” als Plattform auf, die es den Beschäftigten in einem Unternehmen möglich macht, Statusmeldungen an die Kollegen zu schicken. Der Einsatz solch eines Tools kann folgende Vorteile bringen:
Geschwindigkeit
Eine Mitteilung oder Frage kann unmittelbar eine Vielzahl von Empfängern erreichen.
Wissensvermittlung
Erfahrungen und Ideen können sofort mit Kollegen geteilt und diskutiert werden. Ergebnisse werden in Protokollen und Listen gespeichert.
Kooperation
Probleme können gemeinsam besprochen und gelöst werden. Mittels Verschlagwortung können Gruppen gemeinsam oder auch teamübergreifend diskutieren.
Transparenz
Mitarbeiter und Kollegen können schnell über Entscheidungen informiert und am Entscheidungsprozess beteiligt werden.
Zusammengehörigkeit
Auch Mitarbeiter, die beispielweise an anderen Standorten eines Unternehmens beschäftigt sind, erhalten trotz der Distanz Zugang zur Echtzeitkommunikation mit den Kollegen.
Micro-Blogging kann also auch im Unternehmen als mächtiges Tool eingesetzt werden, das Grenzen überwindet und Wissen frei zugänglich macht. Doch im Großen und Ganzen leisten solche Micro-Blogs nicht viel mehr als das, was E-Mails und Telefone schon seit Jahren können. Das ist eine große Schwäche: Warum sollte man noch einen Kommunikationsweg einführen, der die Informationsflut, die Tag für Tag auf den Mitarbeiter einbricht, vergrößert? Viele Unternehmen, und vor allem die Angestellten kämpfen heute schon mit Mail-Verteilern und überquellenden Postfächern, mit Telefonkonferenzen, Sitzungen und teilweise auch mit Instant Messaging Programmen.
Es ist fraglich, ob Dienste wie Yammer andere Kommunikationswege ablösen und dafür sorgen, dass die Selektion wichtiger Informationen im Chaos der Meldungen, Mails und Gespräche einfacher wird. Wenn es klappt, dann liegt das sicher nicht am Dienst selbst, sondern an einer reiflich überlegten Planung des Einsatzes der Kommunikations-Tools. Es bleibt außerdem abzuwarten, ob sich ein weiteres Instrument durchsetzt, das den Anspruch hat, die gewohnten Kommunikationsmittel abzulösen. Google Wave soll zukünftig die Art und Weise unserer Kommunikation revolutionieren. Das Konzept klingt vielversprechend. Wir sind gespannt auf den Erfolg, der sicher von der Akzeptanz der User abhängt.
Bildquelle: 2nk / Flickr.com