Social Media Newsrooms – Pflicht oder Kür der Unternehmenskommunikation

Social Media Newsrooms – ein Thema, das schon seit einiger Zeit in Medienberichten, persönlichen Gesprächen und Unternehmens–Meetings behandelt wird. In letzteren spielen in diesem Zusammenhang häufig das Internet und insbesondere die sozialen Netze seiner User eine bedeutende Rolle. Denn diese Communities und ihre Nutzer können Meinungen bilden, Marken stärken oder sie auch wieder fallen lassen. Deshalb versuchen Unternehmen, möglichst viele Meinungsführer innerhalb der definierten Zielgruppen mit eigenen Botschaften auch online zu erreichen. Hier setzen Newsrooms an, die einem Besucher auf den ersten Blick die für ihn interessanten Informationen liefern – egal, ob er Text, Bild, Ton oder auch „Tweets“ als Informationsquelle bevorzugt. Doch sollte nun jedes Unternehmen darauf drängen, einen Social Media Newsroom einzurichten?
Nein, sicher nicht. Der Grund ist nicht die Bedeutung von Social Media Newsrooms, die wir nicht anzweifeln wollen, sondern der Aufwand, der betrieben werden muss, um diese Newsrooms am Leben zu halten. Newsrooms sind beides: Quelle neuester Informationen und gleichzeitig der zentrale Sammelpunkt der Nachrichten eines Unternehmens – auch wenn diese nicht aus eigener Feder stammen (Stichwort: User Generated Content). Newsrooms werden gespeist von Video-Kanälen, Tweets, Facebook-Fanseiten, Weblogs und anderen Quellen, über und mit denen die Unternehmen im Netz kommunizieren. Daher müssen sie als eine Art Homebase optimal in die Online-Aktivitäten eingebunden sein.
Für Unternehmen, die bereits heute routiniert mit Bewegtbild, Microblogging, Podcasts und Social Media Releases arbeiten, stellt es keine übermäßige Herausforderung dar, alle Aktivitäten in einem Portal – dem Newsroom – zu bündeln. Oft geschieht dies in Form einer Microsite. Andere Firmen, die online Neuland betreten, stehen vor einer Reihe großer Aufgaben, wenn sie entscheiden, einen Newsroom einzuführen.
Wer nicht ausreichend „Futter“ für eine eigenständige Seite zur Verfügung stellen kann, sollte anders versuchen, die Online-Welt zu erobern. Einzelne Elemente eines Newsrooms lassen sich dafür einfach in die bestehenden Web-Auftritte integrieren. Wichtig ist, dass der Grundgedanke „schnelle, barrierefreie und unverbindliche Information und Kommunikation“ auch bei der Unternehmenswebsite verfolgt wird. Beispielsweise sollten Ansprechpartner mit Bild und mindestens zwei Kontaktmöglichkeiten angegeben, Meldungen als RSS-Feed abonnierbar und Bilder oder gegebenenfalls Videos in einer Galerie verfügbar sein.
Langfristig werden Unternehmen nicht an diesen benutzerfreundlichen Elementen in ihrer Web-Strategie vorbeikommen. Internetnutzer werden bald schon zu „verwöhnt“ sein und nicht akzeptieren, dass sie Nummern von Ansprechpartnern aus unübersichtlichen Listen heraussuchen müssen. Sie werden sich auch nicht die Zeit nehmen, selbst Websites nach neuen Bildern, Videos oder Unternehmensmeldungen zu durchforsten. Vielmehr wollen sie per News-Feeds und Kommunikation per Klick bedient werden. Wer es also nicht versteht, die Bedürfnisse seiner Zielgruppen auf Websites oder in Newsrooms abzubilden, wird langfristig mit Nichtbeachtung bestraft.
(Illustration “Social Media Bandwagon” by Matt Hamm via Flickr)
[...] digitalbeat.f-und-h.de [...]
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe gerade Ihren Artikel gelesen und wollte Ihnen kurzes Feedback senden. Inhaltlich habe ich keine Bemerkungen, doch aber einige, was das Thema “Grammatik” betrifft.
Sie haben im Satz “Deshalb versuchen Unternehmen (…)” ein Komma verpasst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie schnell entdecken werden, wo es fehlt.
In demselben Satz haben Sie auch eine Buchstabe vergessen – das können Sie auch relativ schnell korrigieren.
Zum Schluss ein Verbesserungsvorschlag: Ich würde etwas mehr auf die einheitliche Schreibweise von Lexemen aufpassen: Website oder Webseite.
Denn genau diese Details machen bei der zunehmenden Konkurrenz den Unterschied aus.
Mit freundlichen Grüssen
Dimitar Stanishev
Hallo Herr Stanishev, vielen Dank für Ihre aufmerksame Email. Das Thema Lektorat nehmen wir uns nochmals besonders zu Herzen. Viele Grüße vom Digital Beat-Team!
Hallo,
müsste in einem Social Media Newsroom nicht auch Kritisches stehen? Unternehmen sollten und müssen den Mut haben, alles was im Netz über Sie kommuniziert wird darzustellen.
Zusätzlich finde ich die Empfehlung besser nichts zu machen, wenn man die Aufwände nicht leisten kann wenig hilfreich, zumal dann im letzten Absatz kommt, dass man am Thema aber eigentlich doch nicht vorbei kommt. Oder soll die Botschaft sein. Besser eine Agentur nehmen?
Hallo Boris! Ganz klar: Wenn man den offenen Dialog anbietet – egal ob per Kommentar, Tweet oder Video-Antwort – dann muss man auch mit möglicher Kritik umgehen können. Zensur wäre das falsche Mittel.
Zum zweiten Punkt: Unsere Empfehlung ist nicht “Tun Sie nichts, wenn Sie keinen kompletten Newsroom anbieten können”. Wir sagen: “Nehmen Sie sich die passenden Bausteine und verwenden Sie diese in Ihrem Internetauftritt.” Langfristig – da sind wir uns einig – kommt keiner an dem Thema vorbei.